Ubon Ratchathani Reiseführer: Kerzenfestival und Mekong
Ubon Ratchathani Reiseführer: Kerzenfestival, Pha Taem Felsmalereien, Sam Phan Bok Felsen und Mekong-Grenze im Osten Isaans.
Ubon Ratchathani ist die größte Stadt im östlichen Isan und liegt an der Ecke, wo Thailand an Laos und Kambodscha grenzt. Die Provinz ist dünn besiedelt, hat kaum internationalen Tourismus und bietet dennoch einige der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten des Landes: prähistorische Felsmalereien, bizarre Mekong-Felsformationen und eines der farbenprächtigsten Festivals Nordostthailands.
Wann reisen?
Das Kerzenfestival (Khao Phansa) findet Ende Juli bis Anfang August statt – der wichtigste Zeitpunkt, wenn aufwendig geschnitzte Wachskerzen-Skulpturen durch die Stadt getragen werden. Dezember bis Mai ist für Natur- und Tagesausflüge am besten: kühle Temperaturen, kein Regen, Mekong-Felsformationen sichtbar. Sam Phan Bok ist nur in der Trockenzeit zugänglich (Dezember bis Mai), wenn der Wasserstand niedrig genug ist.
Das Kerzenfestival (Khao Phansa)
Ein geschnitzter Wachskerzenwagen beim Umzug des Kerzenfestes von Ubon.
Ubon Ratchathani ist die bekannteste Stadt in Thailand für das Khao Phansa Festival, das den Beginn der buddhistischen Fastenzeit (Vassa) markiert. Tage vor dem Hauptereignis werden in Tempeln und Werkstätten riesige Wachsskulpturen hergestellt – mythologische Figuren, Götter, Tiere, historische Szenen. Am Hauptfesttag werden die Skulpturen auf Wagen durch die Stadt gezogen.
Das Festival dauert mehrere Tage mit Paraden, Lichtzeremonien und Almosengebung an Mönche. Unterkünfte sollten Monate im Voraus gebucht werden – Ubon füllt sich mit thailändischen Touristen aus dem ganzen Land.
Pha Taem Nationalpark
Rund 100 km nordöstlich von Ubon-Stadt, direkt am Mekong-Ufer. Der Park enthält prähistorische Felsmalereien (Pha Taem Cliff) aus der Zeit vor etwa 3.000 bis 4.000 Jahren – anthropomorphe Figuren, Tiere, Hände und geometrische Muster in Ocker und Rot. Der Wanderweg entlang der Klippen (ca. 1 km) führt an mehreren Panelen vorbei; Informationstafeln erläutern die Bedeutung.
Eintritt: 300 Baht für Ausländer. Geöffnet täglich 8:00–16:30 Uhr. Sonnenaufgang an der Klippe ist ein besonderes Erlebnis: Ubon liegt im äußersten Osten Isaans und sieht den ersten Sonnenaufgang Thailands. Wer früh anreist, erlebt die rote Morgensonne über dem Mekong und Laos gegenüber.
Der Nationalpark hat weitere Sehenswürdigkeiten: Sao Chaliang (pilzförmige Sandsteinsäulen), Sai Ngam (Auwald am Ufer) und mehrere Aussichtspunkte auf den Mekong.
Sam Phan Bok
“Dreitausend Löcher” – eine Ansammlung von Hundertern bis Tausenden kleiner Becken und Vertiefungen im Mekong-Flussbett, die durch jahrtausendelange Erosion entstanden sind. Nur sichtbar, wenn der Mekong seinen Niedrigstand erreicht, typischerweise Dezember bis Mai. In dieser Zeit liegen die Felsformationen frei und Besucher können auf ihnen laufen.
Der Zugang ist von Ban Sam Phan Bok, einem kleinen Fischerdorf ca. 80 km nordöstlich von Ubon-Stadt. Es gibt keine Direktverbindung mit öffentlichem Transport; Motorrad oder Taxi/Mietwagen sind nötig. Eintritt für die Fläche: ca. 20–50 Baht (lokale Gebühr). Der Ort ist früh morgens und kurz vor Sonnenuntergang am schönsten.
Tempel in Ubon-Stadt
Eine goldene Skulptur des Kerzenfestes in Ubon Ratchathani.
Wat Thung Si Mueang – der wichtigste Tempel der Stadt, gegründet im frühen 19. Jahrhundert. Das zentrale Gebäude (Ubosot) steht auf einem Raft-Fundament über einem Teich und ist eines der wenigen original erhaltenen Ratanakosin-Stilgebäude in Isan. Eintritt: frei. Sehr sehenswert für Architekturinteressierte.
Wat Jaeng – ebenfalls im Stadtzentrum. Ein großer, bunter Tempel mit einem Prang im Khmer-Stil. Weniger besucht als Wat Thung Si Mueang, aber für Khmertempel-Fans interessant.
Wat Phra That Nong Bua – außerhalb des Zentrums, ein weißer Stupa im Stil des Mahabodhi-Tempels in Bodh Gaya, Indien. Ungewöhnlich für Isan und architektonisch eigenständig.
Anreise
Flug: Direktflüge von Bangkok (Suvarnabhumi und Don Mueang) nach Ubon Ratchathani (UBP). Flugzeit ca. 1 Stunde. Thai Lion Air, Nok Air und Bangkok Airways fliegen diese Strecke. Tickets ab ca. 800–1.500 Baht je nach Buchungszeitpunkt.
Zug: Ubon Ratchathani liegt am Ende der Schnellstrecke Isan Ost. Nachtzüge von Bangkok (Hua Lamphong) in ca. 10–12 Stunden. Tickets im Liegewagen ab ca. 600–900 Baht.
Bus: Von Bangkok (Mo Chit) mit VIP-Bus: ca. 8–9 Stunden, 500–700 Baht. Auch Verbindungen von Khon Kaen (ca. 3 Stunden) und Nakhon Ratchasima (ca. 4 Stunden).
Übernachten
Ubon hat eine solide Hotelauswahl für eine Provinzstadt. Mittelklassehotels: 600–1.500 Baht pro Nacht. Günstige Gästehäuser im Stadtzentrum: 300–500 Baht. Während des Kerzenfestivals verdoppeln oder verdreifachen sich die Preise; frühe Buchung ist unbedingt notwendig.
Empfehlenswert: Hotels in der Nähe der Thung Si Mueang-Bezirke für kurze Wege zu Tempeln und Abendmarkt.
Essen
Ubon ist für Isan-Küche bekannt: Som Tam (grüner Papayasalat, oft schärfer als im Zentralthailand), Kai Yang (gegrilltes Hähnchen mit Klebreis) und Moo Nam Tok (Schweinefleisch-Salat). Empfohlen: die Gaststätten rund um den Abendmarkt in der Nähe von Thung Si Mueang (ab 17:00 Uhr). Hauptgerichte: 50–120 Baht.
Für Touristen gibt es auch einige Kaffeehäuser und westliche Restaurants im Bereich um das UD Town-Pendant (Central Plaza Ubon Ratchathani). Preise hier etwas höher.
Ubon Ratchathani ist kein einfaches Reiseziel – die Infrastruktur ist auf Inlandstouristen ausgerichtet, und viele Naturziele erfordern ein Fahrzeug. Aber wer die Mühe auf sich nimmt, wird mit einer der authentischsten Ecken Isan-Ostens belohnt, die sich deutlich von den üblichen Thailand-Routen unterscheidet.
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