Isan Reiseführer: Nordostthailand, Kultur und Khmer-Tempel

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Khmer-Tempel in der Isan-Region Nordostthailands

Isan: Das unentdeckte Thailand

Isan – die offizielle Schreibweise lautet “Isaan” oder “Isan” – umfasst den gesamten Nordosten Thailands und ist mit Abstand die größte Region des Landes, aber gleichzeitig die am wenigsten bereiste. Das ist sein größter Vorteil: Wer hierher kommt, erlebt ein Thailand, das noch nicht für den Massentourismus optimiert wurde.

Die Region grenzt im Norden und Osten an Laos, im Südosten an Kambodscha. Diese geografische Lage hat Isan kulturell geprägt: Die Sprache (Isan oder Lao-Isan) ist mit dem Laotischen verwandt, die Küche ist schärfer und weniger süß als im Süden, und an der Grenze zu Kambodscha finden sich einige der beeindruckendsten Khmer-Tempel außerhalb von Angkor.


Khmer-Tempel: Phimai und Phanom Rung

Der Khmer-Heiligtumsturm im Geschichtspark Phimai Der Khmer-Heiligtumsturm im Geschichtspark Phimai.

Prasat Hin Phimai in der Provinz Nakhon Ratchasima (auch Korat genannt) ist der am besten erhaltene Khmer-Tempel Thailands außerhalb der Grenzen. Er wurde zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erbaut und war durch eine direkte Straße mit Angkor verbunden. Der Tempel ist kleiner als Angkor Wat, aber in ausgezeichnetem Zustand und deutlich weniger überlaufen.

Prasat Phanom Rung in der Provinz Buriram ist dramatischer: Der Tempel liegt auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans und war ein wichtiges hinduistisches Heiligtum. Viermal im Jahr, wenn die Sonne genau durch alle 15 Türportale der Hauptachse scheint, pilgern Tausende zur Tempelanlage. Die nächsten Sonnendurchgangstermine: April und Oktober.

Beide Tempel sind als Tagesausflüge von Korat (Nakhon Ratchasima) erreichbar. Korat liegt nur 2,5 Stunden per Zug oder Bus von Bangkok entfernt.


Nakhon Ratchasima (Korat): Tor zur Isan-Region

Korat ist die größte Stadt Isans und der natürliche Einstiegspunkt. Die Stadt selbst hat kein touristisches Highlight erster Klasse, aber als Basis für die Khmer-Tempel, den Khao Yai Nationalpark und weitere Ausflüge ist sie ideal. Der Busbahnhof und Bahnhof haben direkte Verbindungen nach Bangkok.


Udon Thani und Nong Khai

Udon Thani ist die Hauptstadt der nördlichen Isan-Region und hat internationalen Flughafen. Nördlich davon liegt Nong Khai, eine Stadt am Mekong direkt gegenüber von Vientiane (Laos). Die Friendship Bridge verbindet beide Länder – wer nach Laos weiterreisen will, kommt hier durch.

In Udon Thani liegt Ban Chiang, eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Südostasiens und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ausgrabungen belegen eine hoch entwickelte Bronzezeit-Kultur, die vor etwa 5.000 Jahren hier lebte.


Khon Kaen: Seidenweberei und Universität

Khon Kaen ist die zweitgrößte Stadt Isans und gilt als intellektuelles Zentrum der Region. Die Stadt hat eine große Universität und ist bekannt für die traditionelle Seidenweberei. Im Nationalmuseum gibt es eine gute Sammlung zur Geschichte und Kultur der Isan-Region, darunter Khmer-Artefakte und Bronzezeit-Funde.

Auf dem Talat Ton Tan Markt findet ihr handgefertigte Seidenstoffe – qualitativ hochwertig und zu fairen Preisen.


Küche: Isan-Essen ist das beste Straßenessen Thailands

Isan-Küche ist für viele Thais die bevorzugte Straßenküche. Charakteristisch:

  • Som Tum (Papayasalat): In Isan schärfer und mit fermentierten Garnelen oder Krabben
  • Larb: Scharf gewürztes Hackfleisch mit frischen Kräutern
  • Grillhähnchen (Gai Yang): Langsam über Holzkohle gegrillt, mit Klebreis serviert
  • Klebreis (Khao Niao): Das Grundnahrungsmittel Isans, in kleinen Bambuskörben serviert

Essen auf den Märkten und Straßen Isans ist günstiger als fast überall sonst in Thailand – eine Mahlzeit für 30–50 Baht ist normal.


Khao Yai Nationalpark: Tier- und Naturbeobachtung

Der Khao Yai Nationalpark liegt an der Grenze zwischen der Isan-Region und Zentralthailand (technisch in mehreren Provinzen) und ist der älteste Nationalpark Thailands. UNESCO-Weltnaturerbe seit 2005, Heimat von Elefanten, Tigern, Gibons und über 300 Vogelarten.

Der Park ist besonders bei Thais als Wochenendausflug beliebt, weshalb Wochentage ruhiger sind. Nachtliche Safaris auf der Suche nach Elefanten sind beliebt.

Anreise von Bangkok: Ca. 3 Stunden per Bus nach Pak Chong, dann per Songthaew oder Taxi in den Park.


Wann nach Isan reisen?

Die beste Reisezeit ist Oktober bis Februar. Die Regenzeit (Juni bis September) kann Straßen überfluten. Im März und April ist es sehr heiß (über 40 Grad), Sightseeing wird anstrengend.


Transport in Isan

Zug und Bus verbinden Bangkok mit den wichtigsten Städten:

  • Bangkok–Korat: Zug ca. 2,5–3 Stunden (ab 30 Baht 3. Klasse), Bus ca. 3 Stunden
  • Bangkok–Udon Thani: Flug ca. 1 Stunde, Nachtbus ca. 8–9 Stunden
  • Innerhalb der Region: Minitourenbusse (rot-weisse Kleinbusse) und Songthaew

Fazit

Isan ist für den entdeckerfreudigen Reisenden, der authentisches Thailand sucht. Keine Touristenmassen, keine aufgeblähten Preise, echte Küche und echte Geschichte. Wenn ihr mindestens zwei Wochen Zeit habt, ist Isan eine lohnende Ergänzung zu Bangkok und den Stränden.

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